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Zeittafel Räterevolution

1918
•    29. Oktober - 3. November: Die Meuterei der Besatzung der Kriegsflotte in Wilhelmshaven und der sich daran anschließende Matrosenaufstand in Kiel lösen innerhalb weniger Tage die Novemberrevolution aus.

•    7./8. November: Die Revolution erreicht München. König Ludwig III. wird abgesetzt. Kurt Eisner (USPD) ruft im Landtag die Republik aus und verkündet den Freistaat Bayern. Der Arbeiter-, Bauern- und Soldatenrat wählt ihn zum ersten Ministerpräsidenten.

•    9. November: In Berlin wird zuerst von Philipp Scheidemann eine (parlamentarische) „deutsche Republik“, kurz darauf von Karl Liebknecht eine „sozialistische Republik“ für ganz Deutschland ausgerufen, nachdem die (zu dem Zeitpunkt noch unzutreffende) Abdankung des Kaisers proklamiert worden war.

•    11. November: Vertreter der Alliierten und des Deutschen Reiches unterzeichnen einen Waffenstillstand, der das Ende des 1. Weltkriegs bedeutet.

•    13. November: Der König von Bayern entbindet die Beamten vom Treueid auf seine Person, nachdem er eine Abdankung verweigert hat.

 

1919
•    Januar: Spartakusaufstand in Berlin, in dessen Verlauf die führenden Gründer der KPD, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, am 15. Januar von Freikorpssoldaten ermordet werden.

•    10. Januar bis 4. Februar: Bremer Räterepublik

Die Ereignisse in Bayern, vor allem in München:
•    12. Januar: Wahl zum verfassungsgebenden Landtag, die von KPD und Anarchisten boykottiert wird. Die USPD bekommt nur 2,5 % der Stimmen, die Bayerische Volkspartei (BVP) 35 %, die Mehrheits-SPD 33 %.

•    16. Februar: Massendemonstration auf der Theresienwiese, bei der die Ausrufung der Rätedemokratie gefordert wird.

•    21. Februar und Folgetage: Eisner wird – kurz vor seiner geplanten Rücktrittserklärung – auf dem Weg zum Landtag von Anton Graf von Arco auf Valley, einem völkischen Nationalisten, ermordet. Nach anschließenden Tumulten im Landtag mit Schusswechseln und zwei weiteren Todesopfern wird die Sitzung vertagt. In der Folge konstituiert sich ein provisorisch regierender „Zentralrat der Republik Bayern“ unter Ernst Niekisch (SPD). Der Generalstreik wird ausgerufen, und über München der Belagerungszustand verhängt.

•    4. März: Der Rätekongress lehnt die Bildung einer Koalitionsregierung zwischen SPD, USPD und dem damals als liberal geltenden Bayerischen Bauernbund ab.

•    17. März: Johannes Hoffmann (SPD) wird vom bayerischen Landtag zum Ministerpräsidenten gewählt. Die Auseinandersetzungen um die Frage „Räterepublik oder Parlamentarismus“ verschärfen sich.

•    21./22. März: Die Nachricht der Ausrufung einer sozialistischen Räterepublik in Ungarn gibt der Rätebewegung in Bayern neuen Auftrieb.

•    7. April bis 13. April: „Erste Münchner Räterepublik“ Die erste offiziell ausgerufene Räterepublik ist von Literaten wie dem Pazifisten Ernst Toller (USPD), und den parteilosen Anarchisten Gustav Landauer sowie Erich Mühsam geprägt. Der Finanztheoretiker und Begründer der Freiwirtschaftslehre Silvio Gesell wird Finanzminister. Das Kabinett Hoffmann flieht aus München nach Bamberg. Die USPD tritt aus der Koalition aus.

•    13. April: Ein mit Billigung der Bamberger Regierung angezettelter Putschversuch von Militärs gegen die Räterepublik wird von Rotgardisten unter Rudolf Egelhofer (KPD) niedergeschlagen. Kommunisten setzen darauf den „Zentralrat“ ab und übertragen die Regierung einem „Vollzugsrat“ unter Eugen Leviné und Max Levien. Gustav Landauer und Ernst Toller erkennen den Vollzugsrat an und beteiligen sich zunächst auch an der „zweiten Räterepublik“.

•    14. April: Ankündigung des Einsatzes von Freikorpseinheiten gegen die Räterepublik durch die Regierung Hoffmann.

•    15. April: Zunächst erfolgreiche Verteidigung der Räterepublik gegen den Versuch der Freikorps, München einzukesseln.

•    16. April: Nach Ablehnung seines Kulturprogramms erklärt Gustav Landauer resigniert seinen Rückzug aus der kommunistischen Räterepublik. - Am selben Tag gelingt es Einheiten der „Roten Armee“ unter dem Kommando Ernst Tollers, die in Dachau stehenden Freikorpsverbände zu schlagen und zunächst zum Rückzug zu zwingen.

•    17. April: Reichwehrminister Gustav Noske beschließt den Einsatz von Reichswehrverbänden gegen München.

•    27. April: Nach Auseinandersetzungen zwischen Kommunisten um Eugen Leviné und anderen linken Revolutionären um Ernst Toller, unter anderem über die Frage, ob angesichts der aussichtslos erscheinenden Lage Verhandlungen mit der Regierung Hoffmann aufgenommen werden sollten, tritt der Aktionsausschuss unter Leviné zurück und wird als Provisorium unter Toller neu gewählt. Die Verhandlungsversuche mit der Bamberger Regierung scheitern, denn sie fordert die bedingungslose Kapitulation.

•    28. April: Erneute Wahl eines Aktionsausschusses, dem weder Toller noch die Kommunisten angehören.

•    30. April: Bei heftigen Kämpfen in den Vororten Münchens kommt es zu grausamen Massakern der Freikorps an Angehörigen der „Roten Armee“ der Räterepublik und unbeteiligten Zivilisten. Rotgardisten töten darauf zehn gefangen gehaltene Geiseln, vor allem Mitglieder der rechtsextremistischen Thule-Gesellschaft.

•    1. Mai: Gustav Landauer wird von Freikorps verhaftet und am darauf folgenden Tag im Gefängnis von München-Stadelheim misshandelt und ermordet.

•    2./3. Mai: Reichswehr und Freikorps nehmen München ein und beenden gewaltsam die Räterepublik.

Nachwirkungen:
•    Mai/Juni: Die meisten führenden Mitglieder der Münchner Räterepublik werden von Standgerichten nach Hochverratsprozessen zu langen Haftstrafen (Ernst Toller: 5 Jahre; Erich Mühsam: 15 Jahre) - oder zum Tode verurteilt (Hinrichtung Eugen Levinés am 5. Juni). Einzig Max Levien gelingt die Flucht. Über 2.000 (auch vermeintliche) Anhänger der Räterepublik werden erschossen oder zu Haftstrafen verurteilt. Dagegen wird Graf Arco, der zunächst zum Tode verurteilte Mörder Kurt Eisners, zu einer Haftstrafe begnadigt und 1924 aus dem Gefängnis entlassen

•    31. Mai: Neubildung der Koalitionsregierung weiterhin unter dem Ministerpräsidenten Johannes Hoffmann (SPD) - nun unter Einbeziehung bürgerlich-konservativer Parteien, auch der BVP.

•    14. August: Unterzeichnung der Bamberger Verfassung für Bayern, die am 15. September in Kraft tritt.

•    1. Dezember: Der Kriegszustand über München wird aufgehoben.